Zum Wohle einer boomenden Tourismusindustrie mussten Tausende Menschen ihr Leben lassen. Samstag, 08. Januar 2005 Bei dem BSZ® Bund für soziales und ziviles Rechtsbewusstsein e.V. stellt man sich die Frage, wer eigentlich verantwortlich gemacht wird für die Falschinterpretation der Informationen und damit für den Tod Tausender Menschen im Süden Thailands.
Vor zwei Jahren wurde dieselbe Region von einem Beben heimgesucht. Die meteorologische Behörde gab damals eine Warnung vor möglichen Flutwellen heraus. Die Flutwelle traf damals zum Glück nicht ein. Was jedoch bei der Behörde eintraf war eine Rüge des Regierungsschefs Thaksin Shinawatra, dass man die Tourismusindustrie gestört habe mit der Anmerkung Thailand habe in den vergangenen 300 Jahren keinen Tsunami erleben müssen und werde es auch in der näheren Zukunft nicht.
Minuten nach dem Erdbeben in Sumatra um 7.58 am Sonntag, wurde ein Ausnahme-Notstands-Treffen vom Generaldirektor des Meteorologischen Departments einberufen. Er gab die Stärke des Bebens mit 8.1 auf der Richter-Skala an, was wesentlich geringer gewesen ist als später erkannt wurde. Man dachte daraufhin, das Beben würde Thailand nicht betreffen. Man glaubte auch, die Insel Sumatra würde als natürlicher Schutz Phukets wirken. Eine Stunde vor Eintreffen der Welle in Thailand waren die Offiziellen der Meinung, Thailand sei seit 300 Jahren nicht von Tsunamis heimgesucht worden, so auch diesmal nicht. Es gibt nur vier Erdbebenexperten unter den 900 mehr oder weniger effektiven Angestellten der Behörde. Man diskutierte den Fall, aber man spielte die Wahrscheinlichkeit einer Tsunami herunter.
„Der sehr wichtige Faktor für die Entscheidung war die High Season, alle Hotels waren nahezu voll belegt berichtet ein Verantwortlicher. Wenn wir eine Warnung ausgegeben hätten, welche zu einer Evakuierung geführt hätte, und nichts wäre passiert, was wäre dann? Das Geschäft wäre unmittelbar berührt worden. Es würde in diesem Fall die Verantwortung des Departments überschreiten und möglicherweise das Ende der Institution bedeuten. Wir taten unser Bestes, wir zögerten eine Weile, ob wir warnen sollten oder nicht.“ Die harte Wirklichkeit nahm den geplagten Entscheidungsträgern ihre Entscheidung ab. Die Angst vor wirtschaftlichen und Gesichtsfolgen, der enorme Druck der Wirtschafts- und Politik-Führer in Personalunion hat indirekt die Folgen der Tsunami dramatisiert. Wegen der politischen Zielsetzung, den Tourismus an allen Küsten zu fördern, wurde keine Warnung herausgegeben. Zum Wohle einer boomenden Tourismusindustrie mussten Tausende Menschen ihr Leben lassen. Diese arrogante Haltung der politischen Führung führte dazu, dass so viele sterben mussten."
Thailands Regierungschef ist Thaksin Shinawatra. Der Multimillionär ist eine Art thailändischer Berlusconi. Ihm gehören Fernsehanstalten, Zeitungen, Satelliten-Netzwerke, Supermarktketten und vieles mehr. Und da Thailand vom Tourismus lebt und Thaksin letztlich auch, wird verschwiegen, was sich verschweigen lässt. Gewiss kennt niemand die genaue Zahl der Opfer. Aber Thailands Regierung sprach zunächst von nur 200 Toten, während andere Staaten ihre Zahlen sehr bald hoch ansetzten und auf das wahrscheinlich schreckliche Ausmaß des Unglücks verwiesen, das viel mehr Opfer erwarten lasse.
Als Meister der Vertuschung hatten sich Thaksin und sein Kabinett schon erwiesen, als Südostasien Ende 2003 von der Vogelgrippe erfasst wurde. Während in Vietnam und Kambodscha Hühnerfarmen geschlossen, der Verkauf von Geflügel vorrübergehend eingeschränkt und Informationskampagnen gestartet wurden, schien in Thailand alles bestens. Die Regierung leugnete die Präsenz des Virus im Land. Die Menschen, die ihm erlagen, starben offiziell aus anderen Gründen. Touristen sollten nicht verschreckt und Thailands Geflügelexporte nicht gefährdet werden.
Offiziell soll die Geflügelgrippe in Thailand nur 40 Menschenleben gefordert haben. Das Eingeständnis ihrer Existenz hatte Thaksin mit der Drohung verbunden, alle verantwortlichen Minister zu entlassen, wenn »die Epidemie nicht innerhalb von einem Monat ausgelöscht« wird. Seither verlor er kein Wort mehr darüber, Monate sind vergangenen, die Minister sind noch auf ihren Posten.
Ebenso versucht die thailändische Regierung derzeit die wahren Ausmaße des Unglücks zu verschweigen. Mittlerweile weiß man, dass nicht nur die Insel Phuket (wie zunächst behauptet), und einige weitere Orte und Inseln vom Tsunami betroffen waren. Die gesamte Westküste, von der Grenze zu Malaysia bis hinauf zur Grenze nach Myanmar (Burma), wurde in Mitleidenschaft gezogen. Ganze Regionen wurden jedoch in Stich gelassen. In einigen Orten gruben die Überlebenden tagelang mit bloßen Händen nach Vermissten und Verschütteten. Dabei verfügt Thailand durchaus über Mittel und Ausrüstungen für ein schnelles Eingreifen.
Weltweit hat das Fernsehen durch die Ansprache von Millionen Zuschauern, die Hilfsbereitschaft der Zuschauer für diese Menschen in Not in Gang gesetzt. Leider dienen die Sondersendungen oft nur einer Selbstdarstellung des Fernsehens und seiner Mitarbeiter. Der Informationswert der Sendungen ist in aller Regel zweifelhaft. Das Fernsehen "inszeniert" das Gefühl des Mitleids beim Zuschauer, um zu einem passablen Spendenergebnis zu gelangen. Die Hilfe bleibt meist der Abstraktion des Geldes verhaftet. Not kann das Fernsehen lediglich als "Vorstellung" vermitteln. Mit diesem Konzept wurde jetzt wieder einen gigantische Spendenlawine für die Tsunamiopfer in Gang gesetzt. Die bebilderte Katastrophe suggeriert dem Zuschauer die aktuelle Teilhabe an dem Geschehen. Er wird vermeintlich zum Augenzeugen mit eigener Präsenz. Berichterstatter „vor Ort“ werden nicht müde in ihren Kommentaren und Berichten auf das Leid und "Elend" in dem betroffenen Gebiet zu verweisen. Dazu wird das physische oder psychische Elend in zahllosen Bildinformationen transportiert. "Leid" und "Elend" haben auf dem Bildschirm immer Nachrichtenwert und verdrängen nur zu oft andere Tagesinformationen. Bei den „Katastrophensendungen“ scheint sich sogar so etwas wie eine "Elendsdramaturgie" herausgebildet zu haben.
Dass „vor Ort“ weitergebumst, weitergesoffen, weitergelebt wird, davon gibt es keine Bilder. Und wenn schon mal eine kurze Einblendung gesendet wird, dann gibt es ein solidarisches Empörungsgeschrei der edlen Spender.
In diesen Sendungen findet sich in der Regel auch kaum ein Wort darüber, wie schwer es ist die Hilfe für die Opfer gerecht zu verteilen. Warum wird darüber nicht berichtet? Auch die Bevorzugung der Touristen scheint mancherorts übertrieben. Die Einheimischen fühlen sich ausgegrenzt und im Stich gelassen. Den Touristen wurden kostenlos Telefonverbindungen und Nahrungsmittel zur Verfügung gestellt. Während ausländische Überlebende in Thailand in einer internationalen Schule untergebracht werden - ausgestattet mit Betten, Fernsehern und Internetzugang -, müssen die Einheimischen im Freien schlafen. Viele von ihnen haben noch nicht einmal eine Decke. Um die Moskitos fernzuhalten, entzünden sie Feuer. „Niemand kam uns zu Hilfe, wir halfen einander gegenseitig“, wird eine 65jährige zitiert, deren Haus im Fischerdorf Ban Nam Khem völlig zerstört wurde. „Im Krankenhaus wurden verletzte Thais nur behandelt, wenn sie kurz davor waren zu sterben. Ansonsten wurde zuerst den Menschen aus dem Westen geholfen. “Der Kontrast war besonders dort zu spüren, wo luxuriöse Ferienanlagen unweit von armen Fischerdörfern existierten. Doch Berichte über eine bevorzugte Behandlung von Ausländern kommen aus dem gesamten Katastrophengebiet.
In Sri Lanka klagen Einheimische darüber, dass Hubschrauber zum Ausfliegen von Prominenten eingesetzt wurden, anstatt Hilfsgüter in verwüstete Gebiete zu bringen. Beispiel: Altbundeskanzler Helmut Kohl mit Stab. Man schämt sich nicht in diesen Kreisen.
Wenn die thailändischen Behörden sich besonders um die Ausländer kümmern, tun sie das nicht zuletzt im eigenen Interesse. „Der Tourismus ist ihnen so wichtig, deshalb gibt es eine Art Hierarchie.“ Und darüber hinaus gehöre es zur Lebensart der Thais, Gästen zuerst zu helfen. Letzteres bewiesen die einfachen Menschen in Phuket City!
Volkswirtschaftler erwarten übrigens keine nennenswerten Auswirkungen der Tsunami auf das Wirtschaftswachstum in Thailand. Doch es wird einschneidende soziale und umwelttechnische Probleme geben. Doch internationale Hilfe ist angesagt und wird geleistet... und Thailand ist ein souveräner Staat, der seine Finanzen so verplanen wird, wie das dem Nutzen des gesamten Staates entspricht.
Im Februar finden in Thailand Wahlen statt und Premier Thaksin macht sich Sorgen um seine Wiederwahl. »Keiner weiß, ob er noch mal Regierungschef wird, aber jeder weiß, dass er sich wohl ins Ausland absetzen wird, wenn es nicht klappt. Ohne Protektion von höchster Stelle ist er bei seinen ganzen obskuren Machenschaften nicht mehr sicher in Thailand«,.Denn trotz aller Katastrophen, die Thailand während seiner Amtszeit heimsuchten, stiegen die Aktien der familieneigenen Holding um satte 70 Prozent.
Bei dem BSZ® e.V. fragt man sich, ob die Politik der westlichen Spenderländer es nicht für angebracht hält Thaksin zu einem tiefen Griff in seine Privatschatulle zu veranlassen. Auf eine strafrechtliche Aufarbeitung der Versäumnisse, Pflichtverletzungen und vorsätzlicher Unterlassungen wird man wohl vergebens warten. Es ist ja auch angenehmer zur Einigkeit und Solidarität aufzurufen, als offen darzulegen, dass man aus den unterschiedlichsten politischen und wirtschaftlichen Gründen dazu nichts sagen möchte. So war es schon immer: Wenn man nichts zu sagen hat, ruft man zur Einigkeit auf.
Spendenwillige sollten sich einmal überlegen ob es nicht besser ist, erst dann zu spenden, wenn sie wirklich Bedürftige gefunden haben, denen sie Hilfe direkt zukommen lassen wollen. Auch bei der Spendenflut ist Korruption nämlich allgegenwärtig. Im Übrigen sollte man auch die Urlauber die durch dies Katastrophe oft in wirtschaftliche Not geraten sind in seine Spendenüberlegung einbeziehen.
Viele Staaten, Organisationen und Menschen helfen bereits den Millionen Menschen die jetzt ein so unvorstellbares Leid ertragen müssen. Der BSZ® e.V. dagegen bietet seine Hilfe den Menschen, die als Urlauber in ein Land reisten und in eine Katastrophe gerissen wurden und mit den wirtschaftlichen Folgen nun selbst zurechtkommen müssen.
Der BSZ e.V. bietet den Geschädigten seine Unterstützung in der Verfolgung ihrer Rechte an, da jetzt jeder auf Grund des Ausmaßes der Katastrophe eine Verantwortlichkeit von sich weisen wird.
Die Unterstützung durch den BSZ e. V. bietet dabei den Vorteil, dass dieser Verbraucherschutzverband mit versierten Anwälten zusammenarbeitet, die in der Rechtsverfolgung von Geschädigteninteressen in Form von Klägergemeinschaften über ein ausreichendes Know how und die entsprechende Erfahrung verfügen. Darüber hinaus hat der BSZ e.V. vielfältige Möglichkeiten über eine ausgereifte Öffentlichkeitsarbeit die Interessen der Geschädigten zu verfolgen.
Der Beitritt zur Interessengemeinschaft „Tsunami im BSZ® e.V. ist für geschädigte kostenlos. Aufnahmeantrag und Fragebogen können im Internet unter der Adresse www.fachanwalt-hotline.de angefordert bzw. ausgefüllt werden.
BSZ® Bund für soziales und ziviles Rechtsbewußtsein e.V. Groß-Zimmerner-Straße 36 A 64807 Dieburg
Telefon: 06071-823780 Telefax: 06071-23295 e-Mail: bsz-ev@t-online.de
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